Mittwoch, 4. Januar 2012

Und wenn ich falle, weine ich vor Glück.

Es bedurfte Ihrer Zerstörung nicht mehr, als Männer und Essen. Männer, die ihr immer und immer wieder erneut die Motivation gaben, sich zu Grunde zu richten und Essen, um dies schlussendlich zu tun. Des einen Übermaß führte stets zu des anderen Reduktion und perverserweise fügte sie sich diesem Spiel, denn, obschon niemand die Regeln besser kannte, als sie selbst, zog sie stets und ständig die Nieten, ging nie über Los, kassierte also auch nie 4000 Mark und landete allerhöchstens wegen den, durch die gewählten Zerstörungsmethoden entstehenden Kosten im Gefängnis der Geldlosigkeit.
Schöne Scheiße.
Ihre Mutter pflegte über das süße Deo zu lästern, dass sie mit Vorliebe verwendete, scherzte, deshalb werde sie überdurchschnittlich häufig von Wespen gestochen. Sie allerdings war sich sicher, dass diese Biester nur instinktiv wussten, das bei ihr jeder Stachel zum Zug kommt. 
Der Gin in Ellies Glas wurde langsam warm, während sie, den Laptop auf dem Schoß und auf dem Balkon die sterbenden Lichter des Kuhdorfs, in dem sie lebte, betrachtend, über das Wunder der Selbstzerstörung sinnierte. Mit den Zähnen fischte sie die Olive aus dem Alkohol und schickte sie im Ganzen auf die einsame Reise durch den Verdauungstrakt des Körpers, der da unter ihrem Kopf begann. In einen Gin gehört keine Olive; die untersteht einzig und alleine dem Martini! Das wusste sie, allerdings fühlte sie sich beim Gedanken, unpassendes und grausiges zu erschaffen, wohl, denn so wie die Olive nicht in den Gin, gehörte dieser Körper nicht zu ihr. Beides mögliche Unmöglichkeiten. Depersonalisierung, denn alles, was sich außerhalb ihrer weitläufigen Gedanken in der Welt des Greifbaren befand und von anderen als sie identifiziert wurde, wusste sie nicht auch nur im geringsten mit sich selbst in Einklang zu bringen. Sie war Interimsherrscherin über dieses seltsame Land, dass ihr feindlich gesonnen war und sich mit Haaren, Unförmigkeit und Fettzellen gegen die Vernachlässigung wehrte, die sie ihm zuteil werden lies. Oh, wie sie all das hasste. Jede Restriktion wurde mit Demonstration und Bürgerkrieg beantwortet, weil das niedere Volk die unglaublich komplexen und tiefgreifenden Beweggründe einfach nicht nachvollziehen konnte. Unverstandene Königin, die sie war, stand sie also über allem, verordnete Hunger und Bevölkerungsverminderung und diese Idioten fühlten sich natürlich mal wieder im Unrecht und sahen einfach nicht, dass sie im Sinne des Volkes handeln wollte - doch jeder Fortschritt wurde untergraben. Wenn Frau Merkel, beschuldigt und angeklagt, über den Bildschirm des alten Röhrenfernsehers huschte und entschuldigend schuldig dreinblickte, nickte Ellie oft verständnisvoll, denn sie wusste, wir undankbar dieser Job war, über ein Land zu regieren, dass immer nur böses wittert, alle Anweisungen und Steuererhöhungen verweigerte. 
Der Cursor blinkte arbeitswillig vor sich hin, doch sie wartete seit Stunden vergebens, dass sich einer der Kontakte aus ihrer Facebook Chatliste dazu erbahrmte, sie aus ihrer Melancholie zu reißen, und so fixierte sie nur abwechselnd den Kadaver ihrer Stadt und den Puls des Cursors. Tatsächlich geschah so einiges, sicherlich schon fünf Fenster waren aufgeploppt und starrten sie anklagend an, doch waren es einfach nicht die richtigen Leute für diesen Tag, diesen Moment. Mit Sicherheit wohlwollendere, aufrichtige und tatsächlich an Ellie interessierte, aber eben nicht genau diese eine spezifische Person, von dessen Aktion sie im Wahnwitz ihre Erlösung abhängig macht. 
Seufzen. Achtloses Zuklappen des Laptops mit anschließendem Fallen über dessen Ladenkabel beim Versuch, mit Ginglas, Laptop und mehreren über den Tag angelesenen Büchern gleichzeitig auf dem Arm in die Wohnung zu laufen. 
Ob es nun am Alkohol lag, an der Plötzlichkeit des Sturzes oder an dem geringen Zugehörigkeitsgefühl ihrers Geists zu ihrem Körper, sie spürte vom Aufprall nicht sonderlich viel. Aber das zerberstende Glas schallte schmerzvoll in ihren Ohren und beim langsamen Aufrichten realisierte sie, dass nun nicht nur der Gin, sondern auch gut die Hälfte des Glases in ihrem Körper verteilt war. Beschissenes Kabel. Ein Wutanfall durchzuckte sie und mit flammenden Beschimpfungen degradierte sie das Laptopkabel zum Erzfeind. Stellvertretend für Paul bekam nun die schwarze Kunststoffschlange allen angestauten Hass des heutigen Tages ab und während sie Scherbe für Scherbe aus ihrem Fleisch puhlte, verdammte sie sich selbst dafür, dass er ihr wortlos soviel Schmerz zufügen konnte. Eigentlich war es egal, ob er sie nun anschrieb oder nicht, er verletzte sie mit beidem, doch noch schlimmer, als sie mit einem flüchtigen Hallo für den Rest des Tages vom Facebooktab abhängig zu machen, war, online zu sein, und sich gar nicht bei ihr zu melden. Ihr Laptop hatte den Sturz gottseidank heil überlebt, war er ja auch weich auf ihrem Bauch gelandet und sogleich sorgsam inspiziert worden, bevor man wenigstens erleichtert die Technik als Siegerin dieses Intermezzos küren konnte. Der Blutgeruch machte sie ganz düselig und während sie monologisierte und weiterhin das Altglas aus ihren Armen entfernte, riss eine winzige Bewegung auf dem Monitor sie aus ihrem Wutanfall. Sie sah es nur ganz verschwommen aus den Augenwinkeln und es dauerte auch nur einige Sekunden, doch auf kaum etwas war ihr Körper so unglaublich präzise konditioniert, wie auf das erspähen von einem blinkenden Facebookchatfenster.
Ohne Rücksicht auf Verluste stürzte sie mit, vor feinsten Glasfragmenten funkelnden und vor Blut tropfenden Händen auf die Tastatur und rutschte wegen der Flüssigkeit und der Hektik zunächst etwas unbeholfen auf dem Touchpad herum, bis sie endlich den Cursor am rechten Fleck hatte, um mit einem beruhigenden Ausatmen und einem bestimmenden Klick lesen zu können, was das blaue verheißungsvolle Blinken zu verbergen wusste, wie eine rote Samtdecke edelste Juwelen vor deren bewunderter Enthüllung.

Während sie seine Worte las, wusste sie, weshalb er sie angeschrieben hat. Wusste sie, was er damit bewirken will. Wusste sie, wie sie ihre eigene Antwort und die darauffolgenden Konsequenzen verletzen werden. Wusste sie, wie sehr sie es genießen wird, sich durch seine Begierde und ihre aufrichtigen Wünsche nach Nähe und Liebe zerstören wird. 
Und Ellie wusste auch, dass Paul sich keinerlei Gedanken um Ursache und Wirkung seiner Worte gemacht hatte, als er eintippte "Heute Abend Zeit?"

Und so fragte ich die Motte...

Ich habe die Motte gefragt:
"Motte, warum das Licht? Es verbrennt dich und nimmt dich doch nie in sich auf!"
Die Motte war empört, über soviel Missverständnis und schüttelte energisch den Kopf:
"Es ist der Kampf, es ist das Streben. Die verheißungsvolle Wärme, die einen durchzuckt, wenn man dem Licht ganz nahe ist. Ich kämpfe dafür, gekämpft zu haben, um des Kampfes Willen!"
Doch ich verstand immer noch nicht. Wollte mir einfach nicht in den Sinn, weshalb man für eine Verbindung kämpfen kann, die unweigerlich irgendwann in Schmerz endet.
"Motte, du stehst doch, insofern du den Kampf überlebst, immer mit leeren Händen da..."
"Ach Mensch, bist du töricht. Ich war dem Licht nahe, so nahe, wie es möglich ist, ohne zu verbrennen. Ich habe Wärme gespürt, Leere gegen Schmerz eingetauscht und im Schein des Lichts war ich endlich sichtbar und nicht mehr nur eine unscheinbares Etwas in der Nacht."
Obwohl ich nicht glaube, gänzlich zu verstehen, so schoss mir ein Gedanke in den Kopf, der äußerst versöhnlich klang.
"Wenn man aus dem Dunkeln ins Licht strebt, kann man dort auch sich selbst endlich erblicken, in jeder Farbe und mit jenem Kampfgeist, der einen mit Stolz die Brandwunden dieses Kampfes tragen lässt."

Dinge, die man über mich wissen kann.*

*aber definitiv nicht muss.


Meine erste große Liebe war Sherlock Holmes. Mich faszinierte stets, welchen Horizont ihm seine Selbstzerstörung ermöglichte. Welch unglaublich ausgebildeten Feinsinn und die Präzision. Arroganz geboren aus Selbstverlorenheit und Selbsthass.


Ich schreibe in Bücher. Jedes Werk, das ich besitze ist zugleich eine intime Auseinandersetzung mit Wort, Idee und Ursprung. Die dafür geernteten Naserümpfen pflanze ich beizeiten ein und züchte einen Verachtungsbaum daraus, aber psst.


Wenn ich morgens aufwache, hoffe ich immer für einen Moment, dass ich nicht mehr ich bin.


Ich habe Angst vor Menschen, die mir immer nur positive Aspekte von mir vorhalten. Menschen, die mich idealisieren, enden meistens äußerst enttäuscht. Nur auf konstruktiver Aufrichtigkeit keimt wahre Zwischenmenschlichkeit.


Ich reduziere im Übermaß. Vermesse die Reduktion. So lange, bis es sich gleich bleibt.


Meine Gedanken sind schrecklich flüchtig. Deshalb halte ich sie auf Notizzetteln, in Tagebüchern, auf Karten, Briefen und manchmal auch meiner Hand fest. Tintenhaufen, die niemand außer mir verstehen muss und selten jemand außer mir entschlüsseln kann.


Mein Herz habe ich auf einer schottischen Insel namens Islay verloren. Dort gibt es acht Whisky Destillerien und mehr Schafe als Menschen. Und Klippen, so rau wie ungehörte Gedanken. Und Wiesen, so weit und unbegrenzt wie ein Augenblick.


Ich höre lieber, als gehört zu werden. Und dennoch rede ich gegen möglich erwachende Stille an, wie eine Irre. Weil man mich in der Stille schreien könnte, wenn man ein feines Gehört hat? Hm. Keine Ahnung, wieso.


Musik ist mein Seelenfänger.  Man lege mir Köder aus Gitarrenriffs und fange mich in einem Netz aus Streicher.


Auch wenn ich Ehe zumeist überkitscht finde, so liebe ich dieses Gelübde:
With this hand I will lift your sorrows. Your cup will never be empty, for I will be your wine. With this candle, I will light your way into darkness. With this ring, I ask you to be mine.

Eigentlich fasziniert mich einzig die Faszination. Aufrichtige Leidenschaft für irgendetwas, was auch immer, fesselt mich immer mehr, als es Reichtum, Titel oder gesellschaftliches Ansehen je könnten.
Ein Musiker, der sein Instrument verwöhnt, ein Autor, der Worte um des Gewichts willen konstruiert... hm.


Und diese Liste könnte unendlich sein.
Muss aber definitiv nicht.

Dienstag, 3. Januar 2012

Vater.

Ich war mir sicher, dich sterben gesehen zu haben.
Habe ich dich nicht auch begraben?
Drei Schaufeln Erde für dein Seelenheil.
Eine rote Gerbera, weil ich Liebe schenken wollte.
Aber dann kam all die Erde, die uns trennte.
Wie oft habe ich dich begraben, Papa?
Oder du mich?
Die Erinnerung verblasst und gleicht der klaren Flüssigkeit in meiner Hand.
Wasser oder Rum? Wer weiß das schon.
Auf deinem Grab liegend schreibe ich dir Briefe.
Wort um Wort voller Wünsche nach mehr Zeit.
Nach mehr wir. Nach überhaupt einem wir.
Maden zerfressen dich in meinem Kopf.
Du bist Loch um Loch, nichts Greifbares.
Eben bin ich aufgewacht.
Im Traum bis auf den Sarg hinab gegraben, verschmiert von oben bis unten mit Muttererde.
Der Sarg. Leer.
Denn du bist nie wirklich gestorben.
Nur aus meinem Leben hast du dich hinausgestorben.
Ich zerrupfe die Gerbera. Rot.
Und schlafe in dem Sarg ein, den mein inneres Kind erbaut hat.
Gute Nacht, Papa.

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Schall und Rauch.

Ein Leuchtfeuer der Gefühle.
Stichflamme entzündet leicht Flammbares.
Man könnte meinen, es gäbe nichts sinnvolleres in diesem besonderen Moment.
Unübersehbar glimmt es in der Dunkelheit, alternierend stärker und schwächer.
Welche Emotion ist schon absolut konstant.
Dann Rauch, der uns einhüllt, als wären wir zwei verlorene Seelen vom gleichen Schlag in dieser dunklen Nacht.
Leben durchflutet den Körper, beruhigt, besänftigt, erfüllt.
Du in mir, teilweise zumindest.
Meine Lippen liebkosen dich, umschließen sanft dein Heiligstes.
Waren wir uns je zuvor so nah?
Ich spüre die Glut, immer näher und heißer.

Ein letzter Zug und ich drücke die Zigarette aus.

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Stille Post.

Wieder Gedanken in meinem Kopf, die nicht mir gehören.
Sie sind dir, und zugleich doch niemandem. Denn ich bedenke in rhythmischen Wiederholungen, was ich dir zu denken und zu glauben zugestehe. Über mich. Über geteilte Zeit. Über die Art und Weise, wie mein Haar an einem stürmischen Tag der Ordnung trotzt.
Ich baue Türme aus deinen vermeintlichen Gedanken, nur um sie nieder zu reißen in eine Ahnung von Asche und dem glimmenden Nachhall einer einstigen Glut.

Wo bin ich, wenn nicht in deinen Gedanken?

Schlaflos umreiße ich Unterhaltungen. Belebe ich Vergangenes, nur um zu verachten, was ich glaube, dass du wissen könntest über meine Gedanken, die so unbedacht gewesen sind.
Stille Post spiele ich. Mit mir selbst. Und die Quote für Missverständnisse ist hoch, bedenkt man, dass Gedanken so leis, so oft so unbemerkt sind.
Der Fehler entwickelt sich, wie ein Polaroid. Langsam und immer umrissener.
Am Ende bin ich bestürzt vom Gedanken, den ich denke, dass du ihn über mein Denken gedacht haben könntest.
Lange Arme verlangen nach dem Ausfindigmachen des Schuldigen! Wer versagte, wer missverstand?
Doch am Ende bleibe nur ich. Und das Missverständnis.

Mittwoch, 26. Januar 2011

Küchenbodenphilosophie, die Zweite.

Abends.
Ich wasche mir die Maske vom Gesicht, die die anderen Menschen einen Tag lang glauben machen konnte, ich sei einer von ihnen, ein Mitglied der Gesellschaft, ihrer Gesellschaft. Aber ich bin nur ein Spion, ein Eindringling aus einer dunklen und verdrehten kaputten Welt. Auf dem Sprung, immer auf der Flucht und auf der Hut, schleiche ich mich durch eure Welt, die auf mich so verlockend wirkt, wie all die ungefundenen Schätze auf dem Boden des Ozeans und weiß nichts mit mir anzufangen. Keinesfalls darf ich auffallen, obgleich nichts unmöglicher erscheint, als trotz meiner doch so offensichtlichen Andersartigkeit unendtdeckt zu bleiben. Und doch bin ich schon so lange unter euch unterwegs, ich, das Monster, bin mit der Zeit ein Meister der Tarnung geworden.
Ein Lachen, oft laut, oft so unpassend und doch gerade deshalb so unglaublich uninteressant und unbedeutsam für euch, denn eigentlich wird man für euch immer unsichtbarer, desto weniger man in eurer Bild zu passen scheint. In meiner Welt fragt man sich, wieso man nicht so unsichtbar sein darf, wie man sich fühlt und man wundert sich, warum in eurer Welt nie jemand Zeit für einen anderen Menschen hat. Meine Gedanken, so voll von euch, von euren Problemen, euren Wünschen, den Melodien eures Herzens und allen Worten, die ihr so beiläufig durch den Raum tanzen lasst. Aber bin auch ich ein Gast in euren Gedanken? Beschäftigt euch, wieso das seltsame Mädchen ist, wie es ist?
In der Welt der Beschädigten und Kaputten ist ein Wort alles und ein Blick noch soviel mehr. Hier riecht man Gedanken und schmeckt Wahrscheinlichkeiten. Die Sinne scheinen anders zu funktionieren, als bei euch, wo Worte so häufig nichts bedeuten und dann solch wichtige Posten wie Freundschaft, Liebe und Treue bekleiden möchten.
Eindringlinge, die wir sind, bewundern wir euch, nicht in der Lage, eure Sprache zu erlernen oder eindeutig zu verstehen und stehen wartend und beobachtend unter euch, fasziniert von euren Gefühlen und eurem Denken.
Bei uns herrscht Königin Zweifel und Fräulein Angst bittet per Television um Aufmerksamkeit. Jederzeit hören wir mehr, als es zu hören gibt und fühlen schneller, als es angebracht wäre. Ein Schmetterling ist für uns so oft schon der Sturm und wir werfen uns, ihn erblickend, die Hände über den Kopf gerissen auf den Boden. Unmöglich alleine der Gedanke, abzuwarten, wie der Flug des Schmetterlings verlaufen wird, ob er vielleicht viel mehr Freude denn Sturm und Zerstörung bringen wird, denn wir sind im Sturm aufgewachsen, haben den Schmetterling fürchten gelernt.
Und so sind wir in eurer Welt so überfordert, weil nicht nur Schmetterlinge hinter jeder Ecke zu lauern scheinen, auch Kolibris und Falken und anderes, wunderschönes, Sturm mit sich bringendes, Getier findet sich überall.
Jeder Schritt wird zur Mutprobe, jeder Weg zum Steilpass und ihr, trotz all unserer Bewunderung und all unseres Neids für euch, bleibt Wesen, die einen Sturm mit sich bringen könnten.
Meine Aufgabe ist es nun, meine Maske perfekt genug aufzutragen und meine Rolle perfekt genug zu spielen, um euch körperlich nahe sein zu können, den gefährlichen Sturm aber zu umgehen, indem ich mich nicht von eurer Schönheit blenden lasse.
Nun.
Meine Segel sind zerschlissen, mein Haar ist wirr und mein Rumpf ist morsch - zu oft erkannte ich nicht den Kurs, den ich fuhr, war euch verfallen, wie die Seefahrer einst Lorelei - aber ich trage auf, Schicht um Schicht, ein neues, immer neues und hoffentlich unverwundbareres Ich. Doch all der Lack, die schöne Fassade, ändert nichts daran, dass ein weiterer Sturm das Wrack, das ich, treibend in eurer Welt, bin, vielleicht bersten lässt. Deshalb fahre ich heute so vorsichtig und ängstlich wie nie, krieche, schleiche und schleppe mich durch euer seltsames, bewundernswertes Ballett, hoffend, keinem von euch Schmetterlingen mehr zu verfallen.
 

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