Mittwoch, 4. Januar 2012

Dinge, die man über mich wissen kann.*

*aber definitiv nicht muss.


Meine erste große Liebe war Sherlock Holmes. Mich faszinierte stets, welchen Horizont ihm seine Selbstzerstörung ermöglichte. Welch unglaublich ausgebildeten Feinsinn und die Präzision. Arroganz geboren aus Selbstverlorenheit und Selbsthass.


Ich schreibe in Bücher. Jedes Werk, das ich besitze ist zugleich eine intime Auseinandersetzung mit Wort, Idee und Ursprung. Die dafür geernteten Naserümpfen pflanze ich beizeiten ein und züchte einen Verachtungsbaum daraus, aber psst.


Wenn ich morgens aufwache, hoffe ich immer für einen Moment, dass ich nicht mehr ich bin.


Ich habe Angst vor Menschen, die mir immer nur positive Aspekte von mir vorhalten. Menschen, die mich idealisieren, enden meistens äußerst enttäuscht. Nur auf konstruktiver Aufrichtigkeit keimt wahre Zwischenmenschlichkeit.


Ich reduziere im Übermaß. Vermesse die Reduktion. So lange, bis es sich gleich bleibt.


Meine Gedanken sind schrecklich flüchtig. Deshalb halte ich sie auf Notizzetteln, in Tagebüchern, auf Karten, Briefen und manchmal auch meiner Hand fest. Tintenhaufen, die niemand außer mir verstehen muss und selten jemand außer mir entschlüsseln kann.


Mein Herz habe ich auf einer schottischen Insel namens Islay verloren. Dort gibt es acht Whisky Destillerien und mehr Schafe als Menschen. Und Klippen, so rau wie ungehörte Gedanken. Und Wiesen, so weit und unbegrenzt wie ein Augenblick.


Ich höre lieber, als gehört zu werden. Und dennoch rede ich gegen möglich erwachende Stille an, wie eine Irre. Weil man mich in der Stille schreien könnte, wenn man ein feines Gehört hat? Hm. Keine Ahnung, wieso.


Musik ist mein Seelenfänger.  Man lege mir Köder aus Gitarrenriffs und fange mich in einem Netz aus Streicher.


Auch wenn ich Ehe zumeist überkitscht finde, so liebe ich dieses Gelübde:
With this hand I will lift your sorrows. Your cup will never be empty, for I will be your wine. With this candle, I will light your way into darkness. With this ring, I ask you to be mine.

Eigentlich fasziniert mich einzig die Faszination. Aufrichtige Leidenschaft für irgendetwas, was auch immer, fesselt mich immer mehr, als es Reichtum, Titel oder gesellschaftliches Ansehen je könnten.
Ein Musiker, der sein Instrument verwöhnt, ein Autor, der Worte um des Gewichts willen konstruiert... hm.


Und diese Liste könnte unendlich sein.
Muss aber definitiv nicht.

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