Ich habe die Motte gefragt:
"Motte, warum das Licht? Es verbrennt dich und nimmt dich doch nie in sich auf!"
Die Motte war empört, über soviel Missverständnis und schüttelte energisch den Kopf:
"Es ist der Kampf, es ist das Streben. Die verheißungsvolle Wärme, die einen durchzuckt, wenn man dem Licht ganz nahe ist. Ich kämpfe dafür, gekämpft zu haben, um des Kampfes Willen!"
Doch ich verstand immer noch nicht. Wollte mir einfach nicht in den Sinn, weshalb man für eine Verbindung kämpfen kann, die unweigerlich irgendwann in Schmerz endet.
"Motte, du stehst doch, insofern du den Kampf überlebst, immer mit leeren Händen da..."
"Ach Mensch, bist du töricht. Ich war dem Licht nahe, so nahe, wie es möglich ist, ohne zu verbrennen. Ich habe Wärme gespürt, Leere gegen Schmerz eingetauscht und im Schein des Lichts war ich endlich sichtbar und nicht mehr nur eine unscheinbares Etwas in der Nacht."
Obwohl ich nicht glaube, gänzlich zu verstehen, so schoss mir ein Gedanke in den Kopf, der äußerst versöhnlich klang.
"Wenn man aus dem Dunkeln ins Licht strebt, kann man dort auch sich selbst endlich erblicken, in jeder Farbe und mit jenem Kampfgeist, der einen mit Stolz die Brandwunden dieses Kampfes tragen lässt."
Mittwoch, 4. Januar 2012
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